Lass uns doch mal zusammen Musik hören, vielleicht im Auto, bei einer Fahrt durch Los Angeles? Dreh die Lautstärke bis zum Anschlag auf und lass uns alles mitsingen, was der iPod hergibt! Vielleicht kannst du mir noch ein bisschen die Stadt zeigen, vor allem die Strände. Und wenn dann die Sonne untergeht, möchte ich irgendwo am Meer mit dir sitzen und still zusehen, wie die Glut versinkt.

 

_____________________________________________________

 

Be My Friend!

Da stand ich also in San Fernando vor einem großen braunen Tor, das mich zu dem Mann, den ich liebte, hätte führen können. Hätte!
Entschlossen drückte ich auf den Klingelknopf. „Ja?“, kam eine nicht gerade freundliche Männerstimme aus der Gegensprechanlage, und mein Herz rutsche mir in die Hose.
Unsicher fragte ich, ob ich vielleicht kurz hereinkommen könnte.
„Ich bin für niemanden zu sprechen“, antwortete er kühl.
„Warte...“
‚Knack‘ machte der Lautsprecher und die Verbindung wurde unterbrochen. Ich fühlte mich wie ins Gesicht geschlagen.
‚Bist du es wirklich? Bist du der Mann den ich liebe?‘ Meine Augen starrten enttäuscht auf den Lautsprecher. Ich schluckte die Tränen hinunter und ging.
Ich lief runter an den Strand. - The best place to be. - Wie hatte er einmal gesagt: ‚Life is a beach. If you make it that way, keep running!‘ Aber ich konnte nicht mehr. Das einzige, was lief, waren Tränen über meine Wangen. Es wunderte mich, dass ich überhaupt noch weinen konnte, so leer wie ich mich fühlte.

„Hey, was ist los?“, fragte mich eine sanfte Stimme. Wie lange lag ich schon hier? Eine Stunde? Zwei? Ich schaute in seine blaue Augen.
„Jemand hat mich sehr kühl abserviert“, erwiderte ich leise. „Jemand, den ich sehr brauche.“ Er schien nicht zu ahnen, dass er derjenige war. Vorsichtig wischte er mir die Tränen aus dem Gesicht und nahm mich dann in seine Arme
‚Ich liebe dich‘, dachte ich. Die Leere in mir war plötzlich voller Gefühle, Liebe, Sehnsucht, Zärtlichkeit, Leidenschaft...
‚Bist du derselbe, der mich vor ein paar Stunden noch weggeschickt hat?‘ fragte ich ihn in Gedanken. Ich brauchte keine Antwort darauf. Ich brauchte nur ihn.

Wir verbrachten den Rest des Tages zusammen, und wir hatten viel Spaß miteinander. Er lud mich zum Essen ein, und danach spazierten wir durch die Stadt. Es wurde ein wunderschöner Nachmittag, und nachdem wir noch einmal am Strand gewesen waren, endete er schließlich in seinem Garten.
Wir saßen am Pool und erzählten. Als es dunkel wurde, sagte ich, dass ich langsam gehen müsse. Er fand das zwar schade, aber er begleitete mich mit zum Tor. Kurz davor griff er nach meiner Hand und zog mich zu sich.
„Komm her“, sagte er leise und nahm mich in seine Arme. Irgendetwas schnürte mir die Kehle zu. Ich hatte Angst zu gehen, aber ich musste, und ich wollte es nicht noch länger hinauszögern.
„Lass mich gehen“, bat ich und befreite mich aus seinen Armen.
„Warum bleibst du nicht noch ein bisschen hier?“, fragte er mich.
„Mach es doch nicht noch schlimmer, als es ist“, erwiderte ich.
„Was?“, wollte er wissen. Ich spürte, dass mir schon wieder Tränen in die Augen schossen.
„Bitte frag nicht.“ Ich drehte mich um und ging, denn er sollte nicht sehen, dass ich weinte.
„Warte!“, rief er mir hinterher, und ich erstarrte in meiner Bewegung. Die Tränen hinterließen salzige Spuren auf meiner Haut, ich spürte seine Hand auf meiner Schulter. In diesem Augenblick drehte ich mich abrupt herum.
„Warum lässt du mich nicht einfach gehen?“, schrie ich ihn an. „Warum machst du es mir so schwer? Glaubst du, der Abschied von dir fällt mir leicht? Musst du diese Qual noch verlängern?“
Er schien plötzlich zu verstehen. „Hast du heute morgen bei mir geklingelt?“
Schluchzend brach ich in seinen Armen zusammen. „Ich liebe dich.“

Seine Wärme tat so gut. Wir lagen im Gras und die Sterne funkelten über uns. Er hatte meine Tränen getrocknet und hielt mich fest im Arm. Seine warme Hand streichelte zärtlich mein Gesicht.
Und dann... dann spürte ich seinen Kuss, weich und sanft...

Plötzlich schreckte ich hoch und starrte in die kalte Dunkelheit.
‚Wo bist du?‘
Vorsichtig berührte ich meine Lippen. Noch immer schmeckte ich seinen Kuss. Aber wo war er?
Ein Traum?
Verdammt!
Ich werde nie seine Wärme spüren. Ich werde nie wissen, wie seine Küsse schmecken. Ich werde nie seine zärtlichen Hände spüren. Auch seine Haut werde ich nie berühren, nie durch seine Locken streicheln, nie seine Liebe erfahren, nie... NIE!

Some broken hearts never mend
Some memories never end
Some tears will never dry
My love for you will never die.

 

_____________________________________________________

 

Wie gerne würde ich einen Tag mit dir verbringen, und was total verrücktes anstellen. Kannst du mir beibringen, wie man beim Autofahren eine 180°-Drehung hinlegt? (Unfreiwillig hab ich das schon mal geschafft, aber das war nicht so toll, wie‘s im Film immer aussieht.) Hast du nicht noch irgendwo einen schwarzen TransAm rumstehen, mit dem wir mal durch‘s Gelände heizen könnten, dass die Piste staubt? Das wäre echt cool! Wenn ich mich recht erinnere, gab es mal eine Zeit, wo du den größten Spaß daran hattest. (Oder war‘s immer der Stuntman?)


zurück               weiter